Archiv für die Kategorie ‘USA’

Wailuha – Honolulu – Pūpūkea Beach

Montag, 01. März 2010

OOOOOUUUUUJJJJIIIIIIHHHHH – Sirenengeheul fräßt sich in meinen Kopp. Verpennter Blick auf die Uhr: 6. Hä? Damit hab ich eigentlich erst in zwei Stunden gerechnet, schließlich wissen wir seit gestern Abend von dem Erdbeben in Chile und der Tsunamiwarnung für Hawaii. Und die Welle ist, wenn sie denn kommt, erst für 11:19 Uhr angekündigt. Zudem befindet sich unsere Unterkunft mit 30 Metern Abstand zwar relativ dicht am Wasser, dafür aber auf der dem Tsunami abgewandten Nordwestseite Oahus.
Es klopft. Unser Hausvater Don steht in der Tür. Sein sonst stets präsentes “Aloha” ist ihm aus dem Gesicht gefallen, aber er reißt sich zusammen: “Guys, don’t panic. We have enough time. Pack your important things and go upper ground.”
Während KFVE empfiehlt, für 5-7 Tage Essen und Trinken einzusacken,
kfve
stopfen wir Laptop, Kamera, Pässe und ein paar Shirts in unsere beiden Rücksäcke. Den Rest im dicken Rolli müssen wir da lassen.
Schneller Kaffee, da steht Don schon wieder vor unserem Zimmer: “Go go go!!” Er lotst uns zu seinem Volvo und bringt uns, vorbei an der Schlange vorm Supermarkt, auf den Pupukea Mountain. Von dort können wir sehen, wie die Polizei den Küsten-Highway sperrt, mit Hubschraubern die Strände kontrolliert und alle Boote aus dem Hafen ins offene Meer wechseln.
Die ersten Einwohner Waimeas sind auch schon oben und wirken trotz des Ausnahmezustands recht entspannt. Es scheint wohl niemand Freunde in Chile oder ein Haus an der Beach zu haben.
hill
Dann warten wir: 11:00 – keine Welle. 11:30 – nix. 12:00 – alles ruhig.
Endlich um Eins kommt die Entwarnung und wir dürfen wieder runter. Glück gehabt.
Zurück im Haus checkt Vrony ihre Mailbox: Isabel und Familie in Chile geht es ebenfalls gut. Nochmal Glück gehabt.
Am Abend erholen wir uns gemeinsam am Grill von der Aufregung. Don ist wieder entspannt. Wahrscheinlich auch dank des Jägermeisters.
don
Abgesehen von diesem beklemmenden Tag war Hawaii mehr ein Relax-Urlaub und nicht sonderlich ereignisreich. Erwähnenswert ist noch unser Beach-BBQ mit drei riesigen Micronesiern auf Kauai. Von denen haben wir gelernt, daß sie Angst vorm Verreisen haben, speziell nach Europa, und daß der einzige berühmte “Deutsche”, den sie kennen, ein Herr namens Hitler ist. Vielleicht gibt’s da ja einen Zusammenhang…
Wassersporttechnisch ging in den zwei Wochen leider nicht allzu viel. Denn die Wellen kamen entweder mit niedlichen zwei Fuß
vrony
oder direkt als 12 Fuß hohe Wände daher
surf
und zeigten auch dem ein oder anderen Profi die Grenzen auf.
broken
Too much for us. Aloha.

Die USA Galerie ist on / — A —

Hab noch was vergessen: Verena mußte beim Bier kaufen Ihre ID vorlegen,
SUP ist nur cool wenn man dick UND Ureinwohner ist
sup
und wir haben noch ein originalen Aloha-Lost-Don-Abschied bekommen.
aloha

Monterey – Santa Cruz – San Francisco – Bolinas

Freitag, 19. Februar 2010

highway1
Wir haben Los Angeles und seinen Bewohnern mit ihren Fönfrisuren, gebleichten Zähnen, Yogamatten unter dem Arm und iPhone am Ohr den Rücken gekehrt, um auf dem Pacific Highway in die Stadt zu zuckeln, in der zahnlose Hippies hinter Bäumen Verstecken spielen, die untergehende Sonne die Golden Gate Bridge in ein romantisches Rot taucht und man sich Blumen ins Haar flicht, während aus dem Radio „If you are going to San Francisco, be sure to wear some flowers in your hair…“ plätschert. Ist natürlich Unsinn. Mac Stores, Sushi-Lokale und Frauen in High Heels haben das Stadtbild voll im Griff und luftige Hippiekleidchen sind bei den Temperaturen im bewölkten San Francisco ohnehin ungeeignet.goldengate1
Das sehe ich ein, bestehe aber darauf, auf der Haight Street immerhin ein wenig auf den Spuren der Hippiebewegung zu wandeln und einen Ausflug in das Örtchen Bolinas zu unternehmen, auf dessen Fährte wir dank einer Insiderinformation (Herr Z., haben Sie vielen Dank!) gelangen. Man muss wissen: Die 900 Bewohner von Bolinas montieren unermüdlich jedes Straßenschild, das den Weg in ihr Dörfchen weisen soll, ab. Bevor wir nach einer Irrfahrt durch die Redwoods endlich dieses Peace-Zeichen peacefotografieren können, beobachten wir in Santa Cruz jedoch erstmal die Surfer und streiten uns in Monterey darüber, wer der größere Seeotter-Fan ist. Im Grunde ist Andi der Otter-Freund von uns beiden – er sponsert sogar ein Fischotter-Reservat in Mecklenburg-Vorpommern! – seit ich jedoch im Monterey Aquarium beobachten durfte, wie ein Seeotter Gedanken verloren seine Schwanzflosse knetet, bin auch ich ganz verliebt in diese kleine Pfötchen

Flugs ein Fazit: USA ist trotz all seiner Widersprüche immer wieder ein Land, das man gerne bereist. Nicht zuletzt, weil man die steilen Straßen San Franciscos äußerst albern herunterspringen kann, ohne schräg angesehen zu werden.jump

Hollywood – Santa Monica – Santa Barbara – Pismo Beach

Mittwoch, 10. Februar 2010

Wir sind in Hollywood. Genauer: West Hollywood. Im Banana Bungalow, Melrose Ecke Fairfax. Unwissend, aber zielsicher wie Bergbauponys, haben wir uns an DER Einkaufsmeile niedergelassen. Also lassen wir Filmstudios und Walk of Fame links liegen und gehen erstmal shoppen. Ausgiebig shoppen. Am längsten stöbern wir bei sportie LA: Die haben anscheinend jeden Sneaker, der irgendwann mal hergestellt wurde. Unfassbar. Wir schlagen beide zu.
Nebenbei registrieren wir an jeder Ecke Seelenklempner. Im Angebot: Crystal Readings, Aura Cleansing und Restore Lost Love. Wir überlegen kurz und verzichten.
hollywood

Am vierten Tag machen wir uns auf nach San Francisco. Ursprünglich wollten wir den Highway Number One california-like in einem Campingbus hochfahren, doch erstens verlangen die Vermieter eine One Way Fee von 500 Dollar und zweitens ist es nachts einfach zu kalt. Also entscheiden wir uns für die PKW/Motel-Variante und mieten wir für kleines Geld einen adäquaten Sechszylinder. Los gehts den Sunset Boulevard runter bis zum Pazifik. Unsere erste Station, den Vorort Santa Monica, benutzen wir nur zum Übernachten und einem kurzen Spaziergang auf dem Pier.
santamonica
Aufgrund des schlechter werdenden Wetters legen wir einen Stop im Getty Museum ein.
getty
Nach gut zwei Stunden auf dem wundervollen Pacific Highway (PCH) erreichen wir Santa Barbara und haben Glück. Es findet gerade das SBIFF, das Santa Barbara International Film Festival statt.
kino
Einige Größen, wie Jeff Bridges, Quentin Tarantino und der Gouverneur von Kalifornien haben sich angesagt. Wir bekommen keinen der Herren zu Gesicht. Dafür ergattern wir zwei Tickets für den kanadischen Beitrag “Sticky Fingers”.
Am nächsten Tag ist Waschtag. In der Laundry im beschaulichen Pismo Beach vertreibt uns die Motorrad-Lady Nancy, die ihre Enduro leider gegen ein altersgerechtes Gefährt eintauschen musste, mit unterhaltsamen Geschichten die Zeit.
nancy
Zum Beispiel mit der über ihren Hund. Der hatte für Yamaha Werbespots gedreht und als Dankschön die besagte Enduro bekommen. Also machte Nancy den Führerschein und nahm ihn auf dem Sozius mit. Fair, oder?

PS1: Prinz Pudel will jetzt auch. Jungs, ich befürchte ich muss ihn auf der nächsten Mopedtour mitnehmen.

PS2: Die Chile Galerie ist on.

— A –