Sumo-Ringer, Pantoffel-Interview und der letzte Eintrag

Drama, Drama, der letzte Tag der Weltreise ist angebrochen. Kofferpacken, Geschenkekaufen, rumheulen und dann noch diesen Blog zu Ende bringen. Oh Gott, oh Gott, oh Gott. Es hilft nichts, ich muss mich kurz fassen. Der Rest folgt als Livebericht. Eh viel schöner.
Also:
Nach Tagen in Osaka (dem Berlin Japans) osakakam es im Zuge einer Recherche über Kapselhotels in Kyoto zu folgender kurioser Premiere: ich führe das erste Mal in meinem Leben ein Interview in Pantoffeln. Nach einer Nacht in diesem unbedingt empfehlenswerten Sleeping Hub des 9hours-Hotels ninehourstreffe ich in der Lobby auf Mr. Yui, den Manager des Designhotels. Er natürlich im grauen Zwirn mit Rolex am Arm, ich im Coco Chanel inspirierten Uniqlo-Kleid und Nylonstrumpfhosen. So weit, so schick – wären da nicht die Pantoffeln an unseren Füßen. Da kennen die Japaner kein Pardon. Ob Tempelbesuch, Teezeremonie oder Geschäftsessen im Ryotei, Stöckel- und Halbschuhe kommen aus!
Selbstverständlich respektiert der Europäer diesen Brauch, aber Anzüge und Kleider sehen mit Puschen schon sehr spaßig aus, da kann ich mir nicht helfen. Mir kommen immer noch die Tränen, wenn ich an den feinen Herrn Yui und mich in der Lobby denke.

Vor Lachen auf die Schenkel klopfe ich mir allerdings nicht mehr beim Anblick speckiger Sumo-Boys. Wir haben die letzten Yen in ein Ticket für ein Turnier in Osaka gesteckt und die anfängliche Skepsis schlägt schnell in Begeisterung um. sumoAllein wie die rikishi (Kämpfer) zur Reinigung eine Handvoll Salz in den Ring (dohyo) streuen, wie sie in die Hände klatschen, um die Aufmerksamkeit der Götter zu erregen und mit dem Fuß aufstampfen, um das Böse zu vertreiben – großes Kino. Kann es diese Rituale nicht in der Bundesliga geben? Kann nicht Schweinsteiger sein Haupthaar zu einem Gingkoblatt frisieren? Ich würde immer Bundesliga gucken, ich schwör’!

Und zum Fussballgucken ist ja bald Gelegenheit, denn das war es nun mit sechs Monaten on the road. Das Geld ist alle, im Pass werden die Seiten knapp – Zeit nach Hause zu fliegen. passAn dieser Stelle könnte man jetzt furchtbar rührseelig werden, aber es gibt keinen Grund wie ein Schluck Wasser in der Rechtskurve zu hängen (rede ich mir jetzt ma’ ein). Die Zukunft sieht rosig aus: wir sehen die treuen Pudel-Leser wieder (es gibt ja einen neuen, kleinen in Düsseldorf!) und außerdem stehen uns goldene Zeiten bevor, vorausgesetzt diese Glückskeks-Prophezeiungen treten ein:keks

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